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Was zeichnet einen guten Gästeführer aus?

Romanushaus Leipzig (März 2015)Landauf, landab sind Gästeführer und Stadtführer unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, Touristen und Besuchern ihre Stadt oder Region zu zeigen, zu erklären und vor allem – Begeisterung zu wecken. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut.

Was zeichnet einen guten Gästeführer aus?

Ein Gästeführer muss drei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Er muss sich für Geschichte interessieren.
  2. Er muss seine Stadt/Region lieben.
  3. Er muss mit Menschen umgehen können und wollen.

Praktisch heißt das: Wikipedia-Wissen reicht nicht aus. Schulwissen reicht nicht aus. Drei Kneipen und zwei Galerien zu kennen reicht nicht aus. Halbwegs gutes Deutsch sprechen reicht nicht aus.

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Sich für Geschichte interessieren bedeutet, nicht nur die Zahlen und Ereignisse zu kennen, sondern die Hintergründe, die Zusammenhänge und die Linien, die sich über Jahrhunderte durch die Geschichte ziehen. Und es bedeutet, Schlüsse zu ziehen, was Geschichte für eine Stadt oder Region bedeutet hat und wie Geschichte die Stadt oder Region geformt hat.

Wer seine Stadt nicht liebt, der kann sie anderen auch nicht zeigen. Gästeführer sind Verkäufer – ihr Produkt ist ihre Stadt/Region. Je besser ein Gästeführer seine Stadt verkauft, desto begeisterter sind die Gäste und um so eher sind sie bereit, wiederzukommen. Seine Stadt zu lieben heißt nicht, alles toll zu finden. Probleme gibt es überall und sie dürfen auch benannt werden. Wer aber 90 Minuten mit seinen Gästen meckernd durch seine Stadt läuft, der darf nicht erwarten, dass die Gäste begeistert sind und wieder kommen.

Wer Gästeführer ist oder werden will, arbeitet mit Menschen. Und zwar mit allem, was die menschliche Spezies zu bieten hat. Das Spektrum reicht von den wirklich interessierten bis zu denjenigen, die nur mit laufen. Es reicht von Menschen mit großem Wissen bis zu denjenigen, die nur wissen wollen, wann es Mittagessen gibt. Alt und jung, Ost und West – jeder Gast ist anders und jeder Gast muss anders angesprochen werden.

Nach 1990 begann in Ostdeutschland der Tourismus in großem Stil. Wer sich damals entschied, Gästeführer zu werden, der hatte es gut, denn der Bedarf war groß. Leider war das Können mancher Gästeführer eher klein. Das hat sich geändert und das ist auch gut so, denn der Gästeführer ist das Aushängeschild seiner Stadt oder Region. Sein Wissen, sein Können, sein Umgang mit den Gästen entscheidet mit, ob sich der Gast wohl fühlt, ob er wieder kommt, er zuhause in höchsten Tönen berichtet oder ob er künftig einen großen Bogen um die Stadt macht.

Gästeführer ist kein Beruf – es ist eine Berufung. Gästeführer ist man mit Leib und Seele – oder gar nicht.

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Autor: Mirko Seidel am 16. Mai 2017 08:54, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Stadt Leipzig, Tourismus, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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