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Warum Köln? Fahren Sie doch mal nach Oschatz!

Neumarkt mit Rathaus und Stadtkirche in Oschatz

Neumarkt mit Rathaus und Stadtkirche in Oschatz

Was haben Köln am Rhein und Oschatz an der Döllnitz gemeinsam? Auf den ersten Blick – nichts. Auf den zweiten Blick ragen in beiden Städten durchbrochene, gotisch anmutende Kirchtürme aus Sandstein in den Himmel. In Köln die des Doms ganze 157 Meter, in Oschatz die der St. Aegidienkirche bescheidene 75 Meter. Doch in beiden Städten prägen die Kirchtürme Stadt- und Landschaftsbild.

Der Bau des Kölner Doms begann 1248. Mit dem Bau der St. Aegidienkirche in Oschatz wurde 1443 begonnen. Beide Kirchen stehen auf dem Resten älterer Vorgängerbauten. Die Kirche in Oschatz wurde in der Spätgotik fertiggestellt, der Bau des Kölner Doms kam um 1530 zum Erliegen – halbfertig.

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Das Turmpaar der St. Aegidienkirche in Oschatz

Das Turmpaar der St. Aegidienkirche in Oschatz

Das 19. Jahrhundert sollte für beide Kirchenbauten entscheidend sein. 1823 wurde die Dombauhütte in Köln wieder eingerichtet. Die 600. Wiederkehr der Grundsteinlegung wurde mit einem dreitägigen Fest vom 14. bis 16. August 1848 gefeiert. 1863 war das Innere des Doms vollendet. Die Trennwand zwischen Chor und Langhaus fiel nach 560 Jahren. Ab 1863 wurde an der Westfassade weitergebaut.

1880 wurde der Dom zu Köln nach über 600 Jahren vollendet, getreu den Plänen der Kölner Dombaumeister des Mittelalters und dem erhaltenen Fassadenplan aus der Zeit um 1280.

In Oschatz war man gezwungen, die Kirche neu zu errichten. Ein Brand vernichtete die St. Aegidienkirche. Zwischen 1846 und 1849 entstand der heutige Bau im neogotischen Stil.

Der Turmhelm des Nordturms

Der Turmhelm des Nordturms

Beiden Kirchen sind die steil aufragenden Spitzhelme gemein, die in ihrer durchbrochenen Bauweise filigran und lichtdurchlässig in den Himmel ragen.

„Das ist unser Kölner Dom“ sagte ein Mitglied des Vereins zur Erhaltung der St. Aegidienkirche in Oschatz zu mir, nachdem ich die steilen und engen Stufen des Südturms hinaufgestiegen war und den Ausblick auf die Stadt und die Landschaft genießen konnte.

Also, warum in die Ferne schweifen. Fahren Sie mal nach Oschatz, stellen Sie sich auf den Markt, schauen Sie zu den Türmen der St. Aegidienkirche, blinzeln Sie ein wenig und schon denken Sie, Sie wären in Köln.

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Autor: Mirko Seidel am 9. Aug 2015 19:19, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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