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Brauchen Stadtführer eine Ausbildung?

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Kroch-Haus Leipzig

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Wer an einer Stadtführung oder Stadtrundfahrt teilnimmt oder einfach mal ein paar Minuten zuhört, der erkennt schnell, welche Qualität ein Gästeführer hat. Stadtführer oder Gästeführer darf in Deutschland jeder werden – die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. So darf jeder, der sich dazu berufen fühlt, andere Menschen Städte zeigen und erklären. Wer an einer Stadtführung oder Stadtrundfahrt teilnimmt oder einfach mal ein paar Minuten zuhört, der erkennt schnell, welche Qualität ein Gästeführer hat. Wer sich etwas in der Materie auskennt, bemerkt es noch schneller. Und manchmal möchte man als zertifizierter Gästeführer mit Erfahrung im Boden versinken, was einem da so geboten wird.

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Gästeführer oder Stadtführer kann jeder werden. DEN Stadtführer gibt es nicht. Es gibt auch nicht DIE Stadtführung oder DIE Stadtrundfahrt. Jeder Stadtführer setzt seine Prioritäten und entscheidet selbst, was er anderen Mensch gern zeigen und mitteilen möchte. Und das ist auch gut so. Das letzte, was eine lebeendige Stadtführung braucht, sind vorgefertigte Texte, die jeder Stadtführer stur herunterbetet. Sollte es einmal so weit kommen, wechsel ich den Beruf.

Viele fühlen sich berufen, Stadtführer zu sein – nur einige davon bringen auch mit, was ein Stadtführer mitbringen muss:

  • Interesse an Geschichte,
  • Interesse an der Stadt/Region,
  • Interesse an Menschen,
  • eine Gabe, die von Schauspieler bis Geschichtsprofessor reicht.

Es gibt Naturtalente, die stellen sich auf die Straße und erzählen locker die Geschichte ihrer Stadt. Andere brauchen etwas Zeit, um sich in die Rolle des Stadtführers einzuarbeiten. Beides ist in Ordnung. Und genau für die letzteren werden Gästeführerschulungen angeboten, so z.B. bei den Industrie- und Handelskammern. Hier lernt der angehende Gästeführer alles, was er auf der Straße oder im Bus braucht, um am Ende der Tour zufriedene Gäste zu haben, die gern wiederkommen oder die Stadt weiterempfehlen– denn das ist das oberste Ziel aller Bemühungen.

Alte Handelsbörse Leipzig und Goethedenkmal

Alte Handelsbörse Leipzig und Goethedenkmal

Jede Ausbildung kostet Geld. Wer seine Stadtführer-Berufung ernst nimmt, sollte diese Geld investieren – er wird es mit Sicherheit schnell wieder einnehmen. Bei der IHK Leipzig wird die Gästeführerschulung durch das Zentrum für Aus- und Weiterbildung GmbH Leipzig angeboten, das nächste Mal im Herbst 2017. Es gibt die Möglichkeit, für die Ausbildung zum Gästeführer bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) eine Förderung zu beantragen. Der „Weiterbildungsscheck“ kann von Privatpersonen oder Unternehmen genutzt werden.

Man kann sich als Stadtführer viel Wissen selbst aneignen. Man muss sich als Stadtführer auch viel Wissen selbst aneignen. In der Gemeinschaft der anderen Ausbildungsteilnehmer geht das viel schneller und besser und man bekommt gleich eine Rückmeldung zu seinen Fähigkeiten.

IHK-Zertifikat Mirko Seidel LeipzigGästeführeragenturen gehen mit dem Zertifikat, das den erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung zum Gästeführer bescheinigt, unterschiedlich um. Einige Agenturen nehmen nur qualifizierte Gästeführer, andere sehen das Zertifikat gern, machen es aber nicht zur Bedingung, wieder anderen ist es egal. Ein Zertifikat allein macht noch keinen guten Gästeführer, aber es bescheinigt, Grundlagen und Wissen vermittelt bekommen zu haben, was eine gute Basis ist.

Wer nur nebenbei als Stadtführer arbeiten will und sich auf Nischenangebote spezialisieren will, braucht die Weiterbildung vielleicht nicht unbedingt. Wer als Gästeführer selbstständig arbeiten will oder wer einen nicht unerheblichen Teil seines Lebensunterhaltes aus Stadtführungen bestreiten will, sollte die Ausbildung machen.

Ich habe die Gästeführerausbildung im Mai 2017 erfolgreich abgeschlossen und dafür auch die Förderung bei der SAB beantragt. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich durchgerungen hatte, das Anmeldeformular auszufüllen – die Dauer der Ausbildung (7 Monate), die Kosten, die Zeit. Heute bin ich froh, den richtigen Schritt gemacht zu haben und das zeigt sich auch schon im Auftragsbuch.

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Autor: Mirko Seidel am 3. Jun 2017 07:47, Rubrik: Artikel, Artikel & Berichte, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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