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Leipziger Persönlichkeiten – Gustav Schreck

Gustav Schreck

Gustav Schreck

Gustav Ernst Schreck wurde am 8. September 1849 in Zeulenroda geboren. Seine musikalischen Fähigkeiten wurden durch Klavierunterricht früh gefördert. Von 1863 bis 1867 besuchte Schreck das Lehrerseminar in Greiz und wurde Präfekt des Schülersingechores. Nach Abschluss seiner Ausbildung war Gustav Schreck vorübergehend als Dorfschullehrer in Gommla und Remptendorf tätig. 1868 zog Schreck nach Leipzig und studierte am Konservatorium in Leipzig Musik, unter anderem bei dem Thomaskantor Ernst Friedrich Richter.

1870 folgte Gustav Schreck seinem Bruder nach Wyborg in Finnland und unterrichtete dort als Musiklehrer vier Jahre am deutschen Gymnasium. 1874 kehrte Schreck als freischaffender Komponist und Musiker nach Leipzig zurück.

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Gustav Schreck komponierte Kammermusik und einzelne Chorsätze und zwei Oratorien: „König Fjalar“ und „Christus, der Auferstandene“. Die Uraufführungen im Leipziger Gewandhaus wurden mit rauschendem Beifall bedacht. 1887 erhielt Schreck als Lehrer für Theorie und Komposition einen Ruf an das von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründete Konservatorium in Leipzig, wo er 1898 Professor wurde und bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1917 wirkte.

Nach dem Tod des Thomaskantors Wilhelm Rust fiel die Wahl auf Gustav Schreck, der am 17. April 1893 in sein Amt eingeführt wurde. Schreck erfüllte seine Aufgabe mit großer Gewissenhaftigkeit.

Thomaskirche zu Leipzig

Thomaskirche zu Leipzig

Die kirchenmusikalischen Aufgaben in der Thomas- und Nikolaikirche verstärkte Gustav Schreck mit Werken von Johann Sebastian Bach und anderen ehemaligen Thomaskantoren. Schreck begann eine Reihe mit Chorheften anlässlich der 700-Jahr-Feier der Thomasschule. Der Aufgabenbereich des Chores wurde erweitert, er beteiligte sich mit chorsinfonischen Werken an den Gewandhauskonzerten und die Neujahrskonzerte mit den Thomanern wurden zum alljährlichen Höhepunkt der Gewandhaus-Saison.

1897 schrieb Gustav Schreck eine vierstimmige Chorfassung des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“, die der Thomanerchor und die meisten gemischten Chöre auch heute noch singen.

Die künstlerische Qualität der Aufführungen des Thomanerchors unter Schrecks Leitung stieg, Schrecks Wirken wurde durch den Professorentitel 1898 und die Ehrendoktorwürde 1909 der Leipziger Universität anerkannt. Gustav Schreck widmete die Motette „Der Herr ist mein Hirte“ dem Rektor Jungmann zum 25-jährigen Dienstjubiläum 1906.

Gustav Schreck komponierte die Festkantaten zur 500-Jahr-Feier der Universität 1909 und zur 700-Jahr-Feier der Schola Thomana. Gustav Schreck veranlasste die Anschaffung oder den Nachbau von Oboe d’amore, Clarintrompeten und anderen Instrumenten des Bach-Orchesters. Bachsche Kantaten führte er ungekürzt auf.

Gustav Schreck war im Jahre 1900 Gründungsmitglied der Neuen Bachgesellschaft. Gustav Schreck starb am 22. Januar 1918.

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Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8d/Gustav_Schreck.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 9. Jun 2022 13:53, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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