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Leipziger Persönlichkeiten – Hans-Wilhelm Ebeling

Thomaskirche zu Leipzig

Thomaskirche zu Leipzig

Hans-Wilhelm Ebeling wurde am 15. Januar 1934 in Parchim geboren. Sein Vater, Offizier beim Oberkommando des Heeres, fiel 1945 bei Danzig. Ebeling wuchs in Greifswald und in Calau in der Niederlausitz auf. Nach dem Abitur arbeitete Hans-Wilhelm Ebeling als Schmelzer im Eisenhüttenkombinat Ost in Eisenhüttenstadt und absolvierte von 1952 bis 1954 eine Schlosserlehre beim Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus.

Zwischen 1954 und 1957 studierte Ebeling Maschinenbau an der Technischen Hochschule Dresden. Sein Theologiestudium absolvierte Hans-Wilhelm Ebeling von 1957 bis 1962 an der Karl-Marx-Universität Leipzig, war bis 1964 Vikar in Vetschau/Spreewald, 1964 bis 1976 Pfarrer in Lieberose und ab 1976 Pfarrer an der Thomaskirche in Leipzig.

Ebeling galt den staatlichen Organen der DDR gegenüber als besonders loyal und wurde von Stasi-Offizieren als ein Beispiel problemloser Zusammenarbeit genannt. Im Gegensatz zu anderen Kirchen in Leipzig, in denen seit 1982 Friedensgebete stattfanden, blieb die Thomaskirche in Leipzig bis zum 9. Oktober 1989 der oppositionellen Bewegung verschlossen. Ebeling versuchte noch Anfang Oktober 1989, das bevorstehende Montagsgebet zu verhindern. Erst unter großem Druck des Kirchenvorstandes der Thomaskirche ließ Ebeling die Thomaskirche am 9. Oktober 1989 öffnen.

Hans-Wilhelm Ebeling, der der Ansicht war, dass Kirche und Politik nichts miteinander zu tun hätten, war im Dezember 1990 Mitbegründer der Christlich-Sozialen Partei Deutschlands (CSPD). Die CSPD ging im Januar 1990 mit elf anderen kleinen konservativen und christlichen Parteien in der Deutschen Sozialen Union (DSU) auf, deren erster Vorsitzender Ebeling wurde. DSU, CDU und Demokratischer Aufbruch gingen das Bündnis „Allianz für Deutschland“ ein, das die erste und letzte freie Volkskammerwahl in der DDR am 18. März 1990 gewann. Ebeling war bis zum Ende der DDR 1990 Mitglied der Volkskammer und in der Regierung von Lothar de Maizière Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Bis zum seinem Vorruhestand 1991 war Ebeling Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, für die er Projekte in Angola und Vietnam evaluierte. Zuletzt lebte Hans-Wilhelm Ebeling in Leipzig-Gundorf. Ebeling wurde 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Hans-Wilhelm Ebeling starb am 11. November 2021 in Leipzig.

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Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 17. Mrz 2022 16:25, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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