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Leipziger Persönlichkeiten – Julius Edgar Herfurth

Herfurthsche Villa im Muskiviertel in Leipzig

Herfurthsche Villa im Muskiviertel in Leipzig

Julius Edgar Herfurth wurde am 24. Oktober 1865 in Leipzig geboren. Der Sohn eines wohlhabenden Tuchfabrikanten gründete 1892 mit seinem älteren Bruder Paul den Verlag Edgar Herfurth & Co., der die seit 1860 herausgegebene Zeitung Leipziger Nachrichten übernahm.

Herfurth gewann namhafte Redakteure für sein Blatt und benannte die Zeitung um in Leipziger Neueste Nachrichten und Handelszeitung. Innerhalb weniger Jahre wurde sie zur auflagenstärksten Tageszeitung in Leipzig. Edgar Herfurth blieb seinem bürgerlichen Politikverständnis treu, er verehrte den Reichskanzler Otto von Bismarck, zu dem er in den 1890er Jahren regen Kontakt pflegte.

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Der wirtschaftliche Erfolg von Herfurths Zeitung beruhte vor allem auf schneller und umfassender Berichterstattung, Fortsetzungsromanen und einem großen Kleinanzeigenteil. Der Verlag Edgar Herfurth & Co. gab außerdem u.a. die Leipziger Abendpost, die Leipziger Weltmesse und den Schwimmer heraus. Herfurth setzte 1897 als erster deutscher Verleger die Linotype-Setzmaschine ein und 1909 führte er in Europa die erste 64-seitige Zwillingsrotationsmaschine ein.

Edgar Herfurth förderte den Journalismus und gewährte 1916/1917 Karl Bücher finanzielle Unterstützung zur Gründung des ersten Instituts für Zeitungswissenschaft an der Universität Leipzig. 1929 regte er die Einrichtung einer Studienabteilung für Wirtschaftsjournalismus und Zeitungsbetriebslehre an der Handelshochschule Leipzig an. Die Universität Leipzig ernannte Edgar Herfurth zum Ehrensenator und die Handelshochschule verlieh ihm für seine Verdienste die Ehrendoktorwürde der Wirtschaftswissenschaften.

Weißes Haus Markkleeberg (Herfurthsche Villa)

Weißes Haus Markkleeberg (Herfurthsche Villa)

1913 kaufte Edgar Herfurth die Villa des Geologen Credner, die nun als Herfurthsche Villa bezeichnet wurde. 1945 wurde Edgar Herfurth enteignet und zog nach dem Einmarsch der Roten Armee nach Marktredwitz. Julius Edgar Herfurth starb am 21. Mai 1950 in Marktredwitz. Sein Grab befindet sich auf dem Südfriedhof in Leipzig.

Sein älterer Bruder Paul Herfurth ließ seinen Wohnsitz in Markkleeberg zu einem der schönsten Privatparks in Sachsen ausbauten. Der Herfurthsche Park mit dem „Weißen Haus“. ist heute Bestandteil des agra-Parks Markkleeberg.

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Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 16. Jun 2022 19:47, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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