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Leipziger Persönlichkeiten – Paul Wiedemann

Das Fürstenhaus in Leipzig 1895

Das Fürstenhaus in Leipzig 1895

Das Geburtsdatum von Paul Wiedemann ist nicht überliefert. Ab 1556 ist er in Leipzig nachweisbar als Polier und ab 1557 als Meister, künstlerischer Leiter und enger Mitarbeiter von Bürgermeister und Baumeister Hieronymus Lotter. Paul Wiedemann war am Bau des (Alten) Rathauses beteiligt und war verantwortlich für das Marktportal, das Tor zum großen Saal und den Pfeiferstuhl im Festsaal. Zwischen 1558 und 1568 war Wiedemann Ratsmaurer der Stadt Leipzig.

Paul Wiedemann schuf einen gesamten Komplex mit städtischen Versorgungseinrichtungen am Naschmarkt mit Fleischbänken, Brotbänken, Garküche, Salzhaus und Burgkeller (Bürgerkeller) Das Areal wurde 1906 für den Bau des Messehauses Handelshof abgerissen.

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Die Leipziger Fleischbänke

Die Leipziger Fleischbänke

1558 leitete Paul Wiedemann den Bau des Rotheschen Hauses, bekannt unter dem Namen Fürstenhaus (im 2. Weltkrieg zerstört, ein Erker erhalten), 1559 den Umbau des Alten Amtshauses in der Klostergasse (nicht erhalten) und den Bau des Rathauses in Pegau.

In Pegau zahlte Wiedemann den Handwerkern höhere Löhne und geriet damit in Streit mit Hieronymus Lotter, da Handwerker aus Leipzig abwanderten. Nach einem Schiedsspruch des Leipziger Rates musste sich Wiedemann bei Lotter entschuldigen und durfte keine höheren Löhne mehr zahlen.

1561 schuf Paul Wiedemann für die Nikolaikirche in Leipzig einen Taufstein. Der Leipziger Rat schickte Wiedemann 1565/1566 in die Niederlande, um das dortige Bauwesen zu studieren und Mittel gegen das Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk zu erkunden.

Rathaus in Pegau

Rathaus in Pegau

1563 trat Paul Wiedemann im Auftrag des Rates von Zwickau als Begutachter zum Bau des geplanten neuen Chores der St.-Marien-Kirche auf. Der Versuch der Zwickauer, Wiedemann auch als Werkmeister für dieses anspruchsvolle Vorhaben zu gewinnen, scheiterte an der versagten Freistellung durch den Rat zu Leipzig.

Das letzte große Bauvorhaben, an dem Paul Wiedemann beteiligt war, ist der Bau des kurfürstlichen Jagdschlosses Augustusburg bei Chemnitz unter Leitung von Hieronymus Lotter. Aus den Bauakten geht hervor, dass Paul Wiedemann von Beginn an von Lotter als Obermeister am Bau eingesetzt wurde, zunächst neben Meister Nickel Hoffmann aus Halle, ab März 1568 dann allein. Paul Wiedemann starb im Juli des Jahres 1568.

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Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3a/Fleischb%C3%A4nke_Leipzig.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/F%C3%BCrstenhaus_1895.jpg

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 7. Mrz 2022 17:38, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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