Stadt Leipzig

„Mein Leipzig lob ich mir …“

Da prangt er wieder über dem Brühl, der berühmte Satz Goethes. Daneben werden die Gäste Leipzigs begrüßt – in französischer, russischer und englischer Sprache. Und am Ring kann er genervt an der Ampel wartende Autofahrer die Begrüßung auch auf Deutsch lesen.

In den 1970er Jahren wurde die Reklame auf einem der Wohnblöcke am Brühl angebracht. Ein Stück Weltniveau in der sonst doch so grauen Stadt Leipzig. Die Leipziger hatten sich daran gewöhnt, sie hatten sie geliebt. Doch der Abriss der Wohnhäuser am Brühl ließ auch die DDR-Leuchtschrift fallen. Nicht auf den Müllhaufen der Geschichte, ins Depot. Die Höfe am Brühl entstanden mit der Auflage, die Leuchtschrift wieder zu montieren. Doch es gibt immer jemanden, der etwas dagegen hat. Der Direktor des gegenüber stehenden Hotels hatte wohl Angst um den Nachtschlaf seiner Gäste und klagte. Ohne Erfolg.

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Nach elf Jahren Abstinenz prangt der Leipziger Willkommensgruß nun wieder 16 m breit und über 4 m hoch schräg gegenüber dem Hauptbahnhof. Der berühmte Satz Goethes, der er gar nicht gesagt hat, sondern einem seiner Protagonisten im Faust in den Mund gelegt hat, leuchtet die Reichsstraße hinauf. Die DDR-Bauten mussten einem fragwürdigen Kaufhausbau weichen. Das leuchtende Erbe der DDR hat überlebt.

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Autor: Mirko Seidel am 18. Aug 2018 10:22, Rubrik: Stadt Leipzig, Tourismus, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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