Persönlichkeiten

Leipziger Persönlichkeiten – Kaiser Maximilian I.

Maximilian I.1519, gemalt von Albrecht Dürer, Kunsthistorisches Museum Wien

Maximilian I.1519, gemalt von Albrecht Dürer, Kunsthistorisches Museum Wien

Maximilian I., gebürtiger Erzherzog Maximilian von Österreich, wurde am 22. März 1459 auf der Burg in Wiener Neustadt geboren. Der aus dem Geschlecht der Habsburger stammende Maximilian wurde durch Heirat 1477 Herzog von Burgund. 1486 wurde er römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der Habsburgischen Erblande und vom 4. Februar 1508 bis zu seinem Tod römisch-deutscher Kaiser. Er trug den Beinamen „der letzte Ritter“.

Maximilian war der Sohn des römisch-deutschen Kaisers Friedrich III. und dessen Frau Eleonore Helena von Portugal. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Maximilian am Hof in Wiener Neustadt und auf der Burg in Graz. Eine Auffälligkeit war eine Fehlstellung des Unterkiefers, die ihm den Beinamen „Habsburger Unterlippe“ einbrachte. Als Maximilian acht Jahre alt war, starb seine Mutter, die bis dahin seine Bildung übernommen hatte. Seine neuen Lehrer bestimmten die Erziehung und Ausbildung des Jungen, die geprägt waren vom frühen Humanismus. Maximilians Vater legte großen Wert auf körperliche Abhärtung und den Erwerb praktischer Kenntnisse, weshalb er Maximilian die „sieben ritterlichen Behändigkeiten“ (Reiten, Klettern, Schießen, Schwimmen, Ringen, Tanzen & Hofieren, Turnierkampf) vermitteln ließ.

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Maximilian und Maria von Burgund

Maximilian und Maria von Burgund

Im Alter von zwölf Jahren nutzte sein Vater Friedrich III. den Regensburger Christentag, den Vertretern der Reichsstände und den ausländischen Abgesandten seinen Sohn zu präsentieren. Bereits 1463 hatte Papst Pius II. eine Ehe zwischen Maximilian und Maria von Burgund vorgeschlagen, der Herzog von Burgund, Karl der Kühne, griff die Idee auf.
Am 19. August 1477 heiratete Maximilian in Gent auf Schloss Ten Walle die Erbherzogin Maria von Burgund, die Ehe währte durch den frühen Tod Marias nur kurz.

1478 wurde Maximilian am in Brügge zum Ritter geschlagen und danach zum Souverän (Großmeister) des Ordens vom Goldenen Vlies ernannt. Am 16. Februar 1486 wurde Maximilian im Kaiserdom von Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt. Am 9. April 1486 erfolgte seine Krönung im Kaiserdom zu Aachen.

Am 8. August 1507 ernannte König Maximilian den Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen auf dem Reichstag in Konstanz zu seinem Reichsvikar für die Zeit seiner Abwesenheit wegen seiner Kaiserkrönung in Rom.

Statue Kaiser Maximilians I. am Städtischen Kaufhaus in Leipzig

Statue Kaiser Maximilians I. am Städtischen Kaufhaus in Leipzig

1497 reiste der Leipziger Ratsherr Kunz Krell zu König Maximilian, um die drei Leipziger Jahrmärkte mit genauen Terminvorgaben bestätigen zu lassen. Maximilian verlieh der Stadt Leipzig 1497 das Messeprivileg und erhob Leipzig zur Reichsmessestadt. Das Privileg wurde von nun Maximilian 1507 erneuert. Damit war der Aufstieg Leipzigs zu einer der wichtigsten Messestädte in Europa geebnet. Persönlich ist Maximilian wohl nie in Leipzig gewesen.

Maximilian starb am 12. Januar 1519 auf der beschwerlichen Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz in der Burg von Wels. Wie andere Könige und Kaiser des Mittelalters inszenierte Maximilian seinen Tod. Nachdem er bereits seit vier Jahren stets seinen Sarg mitgeführt hatte, präsentierte er sich nun als außergewöhnlich demütiger und mit Schuld beladener Sünder und Büßer. Nachdem er die Sterbesakramente („letzte Ölung“) empfangen hatte, übergab er das kaiserliche Siegel und verbot, ihn mit seinen Titeln anzureden. Er ordnete an, nach seinem Tod nicht einbalsamiert zu werden, sondern verfügte stattdessen, dass sein Leichnam gegeißelt werde und dass seine Haare geschoren und die Zähne ausgebrochen werden. Leichenhemd und Beinkleid ließ er sich (angeblich aus Scham) kurz vor dem Tod bringen, zog sich selbst noch an und verfügte, dass er so in den Sarg gelegt werden solle. Er ordnete zudem an, seinen Leichnam in die Gewänder des St. Georgs-Ordens zu kleiden und danach unter Beimengung von Kalk und Asche in einen Sack einzunähen, der aus Leinen, Damast und weißer Seide bestand.

Maximilian wurde getreu dem Testament von Wels in seiner Taufkirche, der St.-Georgs-Kapelle der Burg in Wiener Neustadt, unter den Stufen des damaligen gotischen Hochaltars beigesetzt, wie sein Vater Friedrich III. im Ornat des St.-Georg-Ritterordens, und zwar so, dass Priester während der Messe genau über seinem Herzen zu stehen kommen. Sein Herz wurde getrennt bestattet und in der Liebfrauenkirche in Brügge im Sarkophag Marias von Burgund beigesetzt. Maximilians Nachfolger als Kaiser wurde sein in den Niederlanden aufgewachsener Enkel Karl V.

Mehr Leipziger Persönlichkeiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_I._(HRR)

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 15. Jan 2022 09:22, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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