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Leipziger Persönlichkeiten – Carl Friedrich Zöllner

Carl Friedrich Zöllner

Carl Friedrich Zöllner

Carl Friedrich Zöllner wurde am 17. Mai 1800 in Mittelhausen in Thüringen geboren. Der Musiklehrer, Komponist und Chorleiter gilt als die führende Persönlichkeit des mitteldeutschen Männerchorwesens in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Zöllner war Sohn eines Schulrektors. Sein Vater starb früh, so dass sein Onkel die Erziehung übernahm und den Knaben auf Gymnasien in Eisleben und Eisenach schickt. Ab 1814 besuchte Carl Friedrich Zöllner die Thomasschule in Leipzig unter dem Thomaskantor Johann Gottfried Schucht.

1819 begann Zöllner mit dem ein Studium der Theologie an der Universität Leipzig, das er aber schon 1822 aufgab. 1820 hatte Zöllner die Gesangslehrer- und Organistenstelle an der Leipziger Ratsfreischule übernommen. Mit seinem Freund Wilhelm Hemleben richtete er 1822 ein privates Musikinstitut ein, an dem vor allem der Chorgesang gepflegt wurde. Von 1840 bis zu seinem Tod hatte Carl Friedrich Zöllner die Musiklehrerstelle an der Thomasschule inne.

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Zöllners Wohnhaus am Matthäikirchhof (zerstört)

Zöllners Wohnhaus am Matthäikirchhof (zerstört)

Zöllner betätigte sich auch als Komponist. Waren es zunächst Klaviersonaten und Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung, wandte er sich bald dem deutschen Lied zu, speziell dem Männergesang. 1833 erschien im Leipziger Musikverlag von Friedrich Kistner Zöllners erstes Liederheft für Männerstimmen. Zöllner wollte seine Musik breiten Kreisen der Bevölkerung zugänglich machen. Im gleichen Jahr gründete er einen Laien-Männerchor, der später nach ihm Zöllner-Verein benannt wurde. Weitere von Zöllner geleitete Männergesangvereine folgten. Das von Carl Friedrich Zöllner initiierte Chorwesen breitete sich über ganz Mitteldeutschland aus. 1846 entstand in Bernburg der Zöllner-Männerchor, der als einziger durchgehend bis heute in der Tradition Zöllners besteht.

Nach seiner Heirat mit Marianne Schaarschmidt aus Limbach 1841 bewohnte das Ehepaar eine Wohnung im Haus Neukirchhof (ab 1894 Matthäikrchhof 34, im 2. Weltkrieg zerstört). Von den sieben Kindern des Ehepaars Zöllner überlebten nur drei den Vater. Sein Sohn Heinrich Zöllner (1854–1941) wurde ein erfolgreicher Komponist und Dirigent. Ein Enkel, Ernst Rudolf Anders (1872 bis 1937), war in Dresden Mitinhaber der heutigen Teekanne GmbH. Zöllners Witwe verschwand nach einigen Umzügen 1865 aus den Leipziger Adressbüchern, vermutlich zog sie zur Tochter nach Dresden, dort wurde sie beerdigt.

Gedenktafel am Wohnhaus Zöllners

Gedenktafel am Wohnhaus Zöllners

Zur Feier des 100. Geburtstages von Friedrich Schiller 1859 dirigierte Zöllner zu einem Festkonzert einen Chor von mehreren hundert Sängern aus 20 Zöllner-Vereinen. Zu Zöllners 60. Geburtstag trafen sich 500 Sänger in Leipzig, um ihn mit einem abendlichen Festkonzert im Schützenhaus zu ehren. Vier Monate nach dem Konzert verstarb Carl Friedrich Zöllner in seiner Wohnung am Neukirchhof. Beigesetzt wurde er auf dem Neuen Johannisfriedhof (heute Friedenspark). Nach Auflassung des Neuen Johannisfriedhofs wurde sein Grabstein auf den Alten Johannisfriedhof umgesetzt.

1861 wurde das Grab Zöllners als Ehrengrab der Stadt Leipzig ausgewiesen. Auf Initiative der Leipziger Männergesangsvereine wurde 1861 im Gasthaus „Zur Großen Feuerkugel“ der Leipziger Zöllnerbund gegründet, in dem sich Dutzende Gesangsvereine und -quartette zusammenschlossen und der mit bis zu 700 Mitgliedern bis 1945 bestand.

Zöllner-Denkmal in Leipzig

Zöllner-Denkmal in Leipzig

Das Zöllner-Denkmal im Rosental wurde 1868 aufgestellt. Schon zu Lebzeiten erlangte Carl Friedrich Zöllner große Beliebt- und Berühmtheit. Sein wohl bekanntestes Lied ist „Das Wandern ist des Müllers Lust“ nach einem Text von Wilhelm Müller (1794 bis 1827). Zöllner vertonte auch „Am Brunnen vor dem Tore“, die Version von Friedrich Silcher setzte sich aber durch. Zöllners Lieblingslokal in Leipzig war Zills Tunnel im Barfußgässchen. 1841 behauptete Zöllner, er könne jeden Text vertonen. Darauf wies man ihn als Beispiel auf die Speisekarte des Hauses hin. Am nächsten Tag legte Zöllner eine Partitur für vier Männerstimmen mit dem Titel „Der Speisezettel“ vor.

Carl Friedrich Zöllner unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann. Carl Friedrich Zöllner starb am 25.09.1860 in Leipzig.

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Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_Z%C3%B6llner

Quelle:
www.wikipedia.de
Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005

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Autor: Mirko Seidel am 12. Jan 2022 17:15, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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