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Leipziger Persönlichkeiten – Johanna Moosdorf

Gedenktafel an der nach Johanna Moosdorf benannten Bibliothek, Westendallee 45, in Berlin-Westend

Gedenktafel an der nach Johanna Moosdorf benannten Bibliothek, Westendallee 45, in Berlin-Westend

Johanna Moosdorf wurde am 12. Juli 1911 in Leipzig geboren. Sie wuchs in einer Buchdruckerfamilie auf und besuchte die Höhere Mädchenschule in Leipzig. Meinungsverschiedenheiten mit Ihrem Vater führten Johanna Moosdorf auf den Habertshof, einer christlich- sozialistischen Kommune in der Rhön, die eine der ersten Erwachsenenbildungsstätten betrieb. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann Paul Bernstein kennen, der Lehrer an der Schule war.

Noch vor der Zerschlagung des Projekts Habertshof durch die Nazis zog Johanna Moosdorf nach Berlin, beschäftigte sich mit Literatur und Kunstgeschichte und beschloss, Schriftstellerin zu werden. Mit ihrem Mann leitete Moosdorf in Berlin-Kreuzberg bis zur Schließung im Frühjahr 1933 ein Gewerkschaftsheim.

Da ihr Mann Jude und sie nicht Mitglied der Reichsschrifttumskammer war, zog ein Verlag 1933 die Veröffentlichung ihres ersten Lyrikbandes zurück. Ihr Mann erhielt Berufsverbot. Johanna Moosdorf ließ sich von ihrem Mann pro forma scheiden, um Arbeit zu finden und ihre beiden Kinder versorgen zu können. Die geplante Emigration wurde durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs verhindert. 1944 wurde Paul Bernstein nach Theresienstadt deportiert und im KZ Auschwitz kurz vor dem Kriegsende ermordet. Johann Moosdorf floh mit ihren Kindern in das Sudetenland.

Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete Johanna Moosdorf als Kulturredakteurin bei der Leipziger Volkszeitung und wurde Chefredakteurin der Literaturzeitung „März“, die aber 1948 wegen Westtendenzen verboten wurde. Johann Moosdorf arbeitete in einem Braunkohlenkombinat und zog 1950 aufgrund eines Hinweises auf drohende politische Verfolgung nach West-Berlin. Sie war als freie Schriftstellerin tätig.

Johann Moosdorf starb am 21. Juni 2000 in Berlin.

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Bildquelle: OTFW, Berlin – Eigenes Werk, Gedenktafel, Johanna Moosdorf, Westendallee 45, Berlin-Westend, Deutschland

Quelle:
www.wikipedia.de

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Autor: Mirko Seidel am 1. Mrz 2023 15:35, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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