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Leipziger Persönlichkeiten – Markgraf Otto der Reiche von Meißen

Grabstein Otto des Reichen im Kloster Altzella

Grabstein Otto des Reichen im Kloster Altzella

Markgraf Otto der Reiche von Meißen wurde 1125 geboren. Ottos Vater Markgraf Konrad I. von Meißen verzichtete im November 1156 auf Druck Kaiser Friedrich Barbarossas auf seine Herrschaftsrechte und ging ins Kloster. Die darauffolgende Länderteilung führte zu einer Aufsplitterung der wettinischen Macht in fünf Linien.

Otto bekam 1156 nur die Mark Meißen. Otto nahm 1179 bis 1181 an der Seite seines Verwandten, des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg, und seiner Brüder an den Kämpfen gegen den Sachsenherzog Heinrich der Löwe teil, profitierte dann aber nicht von dessen Niederlage.

Otto siedelte Bauern im Erzgebirgsvorland an. Um 1165 verlieh Markgraf Otto von Meißen dem Ort Leipzig als erstem in der Mark Meißen das Stadtrecht.

Um 1168 wurde im Gebiet des von Otto gestifteten Klosters Altzella in der Nähe von Nossen Silber gefunden. Otto gelang es, mit dem Bergregal belehnt zu werden. Das sicherte ihm das Recht auf Abbau aller Bodenschätze in seinem Herrschaftsgebiet. An der Stelle des Silberfundes entstand die Stadt Freiberg. Das Auffinden von Silber zog die Gründung der Freiberger und der Leipziger Münze durch den Markgrafen nach sich.

Das Lebensende von Otto wurde von einem schweren innerfamiliären Erbstreit überschattet. Otto wollte seinen jüngeren Sohn Dietrich bevorzugen. Das veranlasste den älteren Sohn Albrecht zur Gefangennahme seines Vaters. Auf Befehl des Kaisers Friedrich I. Barbarossa musste Otto zwar wieder freigelassen werden, der Ansehensverlust der Familie aber war immens.

Markgraf Otto von Meißen starb am 18. Februar 1190. Seine Die Gebeine waren einst im Hohen Chor in der Stiftskirche Altzella bestattet. Markgraf Friedrich II. von Meißen ließ sie im Jahr 1340 in eine eigene Begräbniskapelle verbringen, die 1599 abbrannte. 1787 veranlasste Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen die Neuerrichtung der Kapelle zum Gedenken an seine Vorfahren. 1983 wurden die Grabplatten Ottos des Reichen, seiner Gemahlin Hedwig von Meißen und beider Söhne am ursprünglichen Ort im Chor der Stiftskirche wieder im Boden eingelassen. Die Markgrafenstraße in Leipzig ist nach Otto dem Reichen benannt.

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Bildquelle: Von Pfarrer Hickmann – https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/12104, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108550319

Quelle:
www.wikipedia.de
Jürgen Helfricht: Die Wettiner Sachsens Könige, Herzöge, Kurfürsten und Markgrafen, Sachsenbuch Verlagsgesellschaft mbH Leipzig, 5. Auflage, 2012

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Autor: Mirko Seidel am 16. Dez 2022 16:34, Rubrik: Persönlichkeiten, Stadt Leipzig, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,


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